INTERMEZZO
Ausstellung vom 27. Januar 15. April 2006
Die Schau in der Galerie Rossella Junck, Berlin vereint sieben bildhauerische Positionen, wobei ein Zusammenspiel der skulpturalen Werke Tenor der Ausstellung ist. Die Werke der eingeladenen Künstler sollen einen Vergleich unterschiedlicher künstlerischer Auffassungen ermöglichen. Der Dialog zwischen den Arbeiten wird unter anderem durch den Werkstoff des Glases oder ähnlich kristallinen Materialien ermöglicht. Mit der Ausstellung Intermezzo wird ein besonderer Focus auf die junge zeitgenössische Plastik und Skulptur gelegt.
Karin Brunnermeier, Sergej A. Dott, Beatrice Jugert,
Robert van de Laar, Julius Weiland, Ann Wolff, Markus Wüste
Karin Brunnermeier
Die Bildhauerin nimmt sich ihr Material aus dem Fundus der alltäglichen Gebrausgegenstände und wandelt sie zu neuen Objekten. Anders als in Ihren Assemblagen verändert sie den Materialcharakter in der ausgestellten Arbeit Schlitten", den sie formal fast unverändert in Glas abgießt.
1972 geboren, 1995 1999 Studium an der HfK, Burg Giebichenstein, Halle.
1999 2002 Studium UdK Berlin, 2003 Meisterschülerin, Prof. Möbus.
Seit 1996 Preise und Stipendium u.a. Meisterschülerpreis des Präsidenten der UdK Berlin.
Sergej A. Dott
Der Künstler präsentiert zwei eigens für den Raum konzipierte Arbeitsreihen: die dreiteilige Lichtkisteninstallation besteht aus vom Bildhauer verwendeten Neonglasröhren in verschiedenen Strukturanordnungen. Die Fotoobjektserie Stilleben" ist ebenfalls mit Neon, jedoch in Schriftform ergänzt und ironisiert die Bestimmung des Stillebens.
1959 in Berlin geboren, Studium der Bildhauerei an der HfbK Dresden, Kunsthochschule Berlin-Weißensee und Wien, Meisterklasse Alfred Hrdlicka. Seit 1991 zahlreiche Projekte
im öffentlichen Raum.
Beatrice Jugert
zeigt die plastische Arbeit Paradezer", bei der ein Zuckerschloss, in der ersten Fassung, in einer mit Milch gefüllten Badewanne dem Zerfall ausgesetzt ist. Das Schloss aus 100 kg Zucker bildet Neuschwanstein ab. Die Künstlerin ist daran interessiert hier das Paradies als unerreichten Ort zwischen Dauerwunsch und Paranoia zu formulieren.
1971 in Bremen geboren, 1996 2002 Studium an der HfbK Dresden, 2002 2004 Meisterschülerin, Prof. Bosselt. Stipendien u.a. 2003 Philip Morris Kunstförderung, NY.
Robert van de Laar
Alle Installationen und Objekte van de Laars stellen Übergänge dar, denen eine Dualität des hier und dort, des Vergangenen und des Zukünftigen, des Erinnerns und Vergessens zugeordnet ist. Mit diesen Begriffen arbeitet van de Laar konsequenterweise, wenn er seinen Objekten Wörter als feste Bestandteile einverleibt. Der Künstler zeigt die Objektassemblage von hier aus".
1940 geboren in Amsterdam 1960 - 1962 Folkwangschule für Gestaltung, Essen 1962- 1967 Hochschule der Künste, Berlin 1967 Meisterschüler bei Prof. Alexander Gonda. Seit 1984 Professor an der Fachhochschule Ottersberg.
Julius Weiland
enthüllt zwei neue Glasarbeiten. Idee und das Konzept des Künstlers stehen mit der handwerklichen Arbeit im Dialog.
Weiland verwendet für seine Glasskulpturen maschinell gezogene Röhren aus Natron-kalkglas, die für die Laborindustrie produziert werden. Bei Temperaturen kurz vor dem Schmelzpunkt bricht Weiland den Fusing-Prozess" ab, sodass die Glasröhrchen eine feine Verbindung miteinander eingehen können und sich in der Hitze nur leicht verformen.
1971 geb. in Lübeck 1995 - 2000 Studium an der HfBK Hamburg, 2004 goldener Preis in der internationalen Glas-Ausstellung in Kanazawa.
Ann Wolff
Die Glasskulpturen der Künstlerin erscheinen als beständiger innerer Lichtraum, in dem das Licht in seiner Flüchtigkeit durch die Farbwirkung visualisiert wird und in denen Verdichtung des Materials, aber zugleich auch dessen Leichtigkeit und Transparenz den eigentlichen Beitrag schafft. Sie ist mit einem neuen Glasguss vertreten.
1937 in Lübeck geboren, 1956 - 1959 Hochschule für Gestaltung, Ulm. Seit 1960 freischaffende Künstlerin und Designerin, 1993 1998 Professur an der HfbK Hamburg
Markus Wüste
beschäftigt sich mit Prozessen, Arbeitsprozessen, die in der Arbeit noch sichtbar sind oder mit Prozessen, die über die Fertigstellung der Arbeit hinaus gehen.
Die ausgestellte Arbeit Ventilator" gibt ihren eigenen Herstellungsprozess wieder.
Der Künstler erforscht die Beziehung von Skulptur und Raum, der Installation und dem sie umgebenen Moment.
1970 in Kötzting geboren, 1997 2003 Studium an der UdK Berlin, Meisterschüler von Rebecca Horn. 2005 EHF-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Ausstellung bis zum 15. April 2005
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14.00 18.00 Uhr u.n.V.
Vernissage: 28. Januar 2005, 19.00 Uhr