Galerie Rossella Junck in Berlin

Jens Heller
Paintings
Julius Weiland
Glass Sculptures

11th August / 7th October 2006

works  opening  texts

Jens Heller Malerei | Julius Weiland Glasskulpturen

Ausstellung vom 11. August – 7. Oktober 2006

Auf den Bildern Jens Hellers finden "Begegnungen" statt, Konfrontationen, Kollisionen vorgeblich verschiedener" Bedeutungsebenen.

Die Synthese findet zwar formal durch die Zusammenführung auf demselben Bildträger statt im Bewusstsein des Betrachters bleibt die Trennung aber weiterhin bestehen. Diese offenbare Verweigerung eines unmittelbaren narrativen Zusammenhangs, eines "Sinns", lenkt die Aufmerksamkeit auf die Metaebene: Was stiftet "Sinn"? Wie strukturieren Meta-Erzählungen unsere

Wahrnehmung?

Im Rückgriff auf tradierte Formen der realistischen Ölmalerei werden diese Fragen als "zeitlose" Fragen gestellt - gleichzeitig werden die scheinbar überkommenen Formen selbst als zeitgenössisch behauptet.

Motiv Chirurgen:

Die Chirurgen blicken die Betrachter an, so dass diese zu Betrachteten werden. Der Berufsstand des Mediziners impliziert allerdings einen Blick, der zum "Patienten" macht - also zum OBJEKT des Interesses. Subjekte haben in diesem Moment keine Wichtigkeit.

Die "Objekte" hingegen nehmen eine Ebene wahr, die die Mediziner selber NICHT sehen: Repräsentanten einer Natur (-vorstellung), die die Beschränktheit des Augenblicks aufbrechen und an das Vorhandensein der Metaebene erinnern.

1966 geb. in Hamburg, Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie in Hamburg,
1997 Diplom der Bildenden Künste. Ausstellungen seit 1990. 2003: Erster Preis "Scuola di Scultura" und der Gemeinde Peccia im Tessin/Schweiz: Konzeption und Realisation eines Marmorbrunnens.

Julius Weiland:

Die Einstein’sche Relativitätstheorie beschreibt Raum und Zeit als ein untrennbar zusammengehöriges Gebilde, ein Zeitfluss ohne Materie sei nicht vorstellbar. Julius Weiland sieht im Material Glas die Entsprechung von „eingefrorener Zeit".

Durch Prozesse plastischer Verformung erzeugt er die Wahrnehmung in einem kollabierten Raum. Die grossformatigen und doch filigran erscheinenden Glasskulpturen scheinen wie in einem nichtlinearen Raum-Zeit-Kontinuum zu schweben. Die diffuse Transparenz, die tausenden von Glaskanten, an denen sich das Licht bricht, verstärken diesen unwirklichen Eindruck.

Auf der Suche nach dem Ursprung von Formen entwickelt er seine auf Kreisen basierende, konzeptionelle Formensprache. Der Titel „The Great Curve" ist eine augenzwinkernde Anspielung auf den ewig gleichen Ursprung von Formen.

Die technische Raffinesse bei der Umsetzung der Skulpturen ist wesentlicher Bestandteil von Weilands Arbeit. Er verwendet maschinell gezogene Glasröhren, die eigentlich für die Laborindustrie produziert sind. Beim so genannten Glas-Fusing werden tausende von Rohrabschnitten miteinander verschmolzen. Er kontrolliert diesen Schmelzprozess, sodass die einzelnen Teile gerade eben eine Verbindung miteinander eingehen und die einsetzende Verformung des Glases im richtigen Moment gestoppt wird.

1971 geb. in Lübeck, 1995 - 2000 Studium an der HfBK Hamburg, Ausstellungen seit 1998. 2004 goldener Preis in der internationalen Glas-Ausstellung in Kanazawa. Auszeichnung beim Coburger Glaspreis 2006.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14.00 – 18.00 Uhr u.n.V.