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Gloria Zein
p h i l o s o p h e n b e t t e n
Konzepte individueller Verortung
Ausstellung vom 01. Juni 26. Juli 2007
Gloria Zeins Interesse für künstlerische Arbeitsweisen scheint grenzenlos. Sie wählt zur Realisierung ihrer Ideen und Projekte neben der Zeichnung, Fotografie, Medienkunst und Performance den Menschen als partizipatorisches Medium. Ihre oft seriell konzipierten Werkreihen beschäftigen sich u.a. mit Mythen, Märchen und Sex, der Wahrnehmung des Alltäglichen und Nächtlichen. So entlieh die Künstlerin 2004 aus der griechischen Mythologie
die Aufzeichnungen über den Trojanischen Krieg und konzipierte im Helena Pokal" ein Fußballmatch um die Trophäe Helena. Zum zweiten Berliner Designmai entlieh sie sich selbst dem Stylisten Thomas Greb und performte an elf Tagen verschiedene Gegenstände öffentlich in dessen Wohnung.
In Ihrer aktuellsten Arbeit, den p h i l o s o p h e n b e t t e n, vereint Gloria Zein neun skulpturale Betten, die nach einer Präsentation in New Haven (USA) nun erstmals in Berlin
gezeigt werden.
Seit Ende 2005 traf sie neun zeitgenössische Philosophen, um mit Ihnen über das Bett zu sprechen - über Rückzug, Schlafen, Träumen, Liegen, Lieben, Geburt, Sterben, Kontrollverlust, das Sich-Einrichten und Das-Leben-Einrichten, über Bewusstsein und Unbewusstsein, Privatsphäre und Öffentlichkeit, Einschränkung und Freiheit. Daraufhin widmete sie jedem Philosophen ein "Bett."
An der Philosophie interessiert mich besonders das Gespräch, das sympotische, gemeinsame Nachdenken. Die Philosophie kann sich selbst in Frage stellen und aus dieser Distanz erstaunliche Konzepte und Ideen zur Existenz
der Welt und unserer Rolle, unseren Möglichkeiten darin entwickeln. Um solche Konzepte individueller Verortung ist es in den Gesprächen mit den an diesem Projekt beteiligten Philosophen gegangen. p h i l o s o p h e n b e t t e n ist der Versuch, für die Eindrücke,In dem noch nicht abgeschlossenen Projekt entstanden bisher Objekte für" Friedrich Kittler, Susan Neiman, Ludger Schwarte, Hajo Eickhoff, Hans-Joachim Lenger, Ruwen Ogien, Roberto Nigro und Jean-Luc Nancy. Die Ausstellung in der Galerie Rossella Junck wird zudem erstmals ihr dem iranischen Philosophen Simon Farid OLiai gewidmetes Bett in Originalgrösse vorstellen.
Gloria Zein, geboren 1970 in Hannover, arbeitet und lebt in Berlin und Paris. Studien der Philosophie, Architektur und Kunst u.a. in Wien und Paris. Seit 2005 Lehrauftrag an der TU-Braunschweig, Institut für Bildende Kunst am Fachbereich Architektur. Ausstellungen seit 2002 u.a.: Künstlerhaus Dortmund, 2007, NGBK, Berlin, ArtSpace, New Haven, USA 2006, Cache Contemporary Gallery, Los Angeles, USA, 2005, Mittelrhein-Museum Koblenz, 2004, Goethe Institut Paris, 2003.
Zur Ausstellung erscheint eine Vorzugsedition mit Lambda Print und einer jeweiligen Zeichnung der Betten. (Auflage 5 Ex.)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14.00 18.00 Uhr u.n.V.
GALERIE ROSSELLA JUNCK | Auguststr. 28 | 10117 Berlin
Tel/Fax
+49 (0)30 94 88 38 98 | oliver@rossellajunck.it | www.rosssellajunck.it